facebook
TR
Baustelle mit Maschinen
Realistischere Stickstoffwerte verschaffen Bauprojekten wieder Spielraum. GPS-Buddy lieferte die Praxismessungen.

GPS-Buddy gewinnt Connekt-Ausschreibung für realistischere Stickstoffwerte

GPS-Buddy gewann die Ausschreibung von Connekt und Topsector Logistiek. Die Aufgabe: zu erfassen, wie viel Stickstoff Baumaschinen in der Praxis tatsächlich ausstoßen. Die damals gängige Berechnungsmethode stützte sich auf wenige Praxisdaten. Dadurch blieb das Bild der tatsächlichen Emissionen begrenzt. Um es zu schärfen, wurde am Auspuff der Maschinen gemessen. Das Ergebnis: eine neue Berechnungsmethode. Wie sie zustande kam und was GPS-Buddy dazu beitrug, lesen Sie in diesem Artikel.

Warum gemessen wird

Viele Bauprojekte scheitern an der Stickstoffproblematik. Die Niederlande sind dicht besiedelt und weisen verhältnismäßig viele Natura-2000-Gebiete auf. Wird in der Nähe eines solchen Gebiets gebaut, darf die Stickstoffdeposition dort einen bestimmten Grenzwert nicht überschreiten. Überschreitet die Deposition diesen Wert dennoch, kann das Folgen für die Naturgenehmigung haben. TNO erstellt die landesweite Berechnungsmethode, mit der diese Deposition berechnet wird, doch diese Methode beruhte auf einer begrenzten Menge an Praxisdaten. Ob sie ein zutreffendes Bild davon lieferte, was Maschinen im Feld tatsächlich ausstoßen, war daher fraglich. Um das zu untersuchen, richteten Connekt und Topsector Logistiek ein Messprogramm ein und schrieben dafür eine Ausschreibung aus. GPS-Buddy gewann diese Ausschreibung. Anschließend wurden an Hunderten von Baumaschinen Messungen in der Praxis durchgeführt. Das Programm ist Teil von Schoon en Emissieloos Bouwen (Sauberes und emissionsfreies Bauen), dem landesweiten Ansatz des Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft.

GPS-Buddy als Messpartner

Als Messpartner spielte GPS-Buddy eine Schlüsselrolle in diesem Projekt. An Hunderten von Maschinen erfassten wir über den CAN-Bus die Motordaten: Kraftstoffverbrauch, Betriebsstunden und Motorlast. Bei den schwersten Maschinen, den sogenannten Supermaschinen, gingen wir noch einen Schritt weiter. Dort brachten wir technisch hochentwickelte Sensoren im Auspuff und im Lufteinlass an, mit denen wir den NOx-Ausstoß direkt an der Quelle messen. Das erfordert fundiertes Wissen über Messtechnik und über die Motoren selbst, und GPS-Buddy ist einer der wenigen Anbieter in Europa, der dieses Fachwissen vollständig im Haus hat. Zusammen ergab das ein genaueres Bild der Praxisemissionen.

Eine neue Berechnungsmethode

Die Messungen zeigen, dass der tatsächliche Stickstoffausstoß von Baumaschinen im Durchschnitt rund 40 Prozent niedriger liegt, als die alte AUB-Methode mit Standardwerten (6 Prozent AdBlue) vorhersagte, mit Ausreißern von bis zu 90 Prozent. Auf Grundlage dieser Praxismessungen wurde eine neue Berechnungsmethode entwickelt, die TNO im Handbuch (TNO 2026 R10854) festgehalten hat. Diese Methode stimmt bis zu 64 Prozent besser mit der Praxis überein. Wie sie genau rechnet, wird im Rahmen des Messprogramms erläutert. Das hat Folgen für Genehmigungen: Projekte, die zuvor den Depositionsgrenzwert in AERIUS überschritten, bleiben nun möglicherweise darunter. Diese Projekte können dann doch fortgesetzt werden.

Spielraum für Bauprojekte

Für die Baubranche bedeutet das mehr Spielraum. Genehmigungsanträge beruhen nun auf Werten, die näher an der Praxis liegen. Für GPS-Buddy bestätigt das unsere Rolle als Messpartner: Daten aus Maschinen in verwertbare Erkenntnisse umzuwandeln, von der Baustelle bis zu den landesweiten Berechnungsregeln. Dasselbe Wissen nutzen wir in Flowter, um eine fundierte Schätzung der Emissionen eines Fuhr- oder Maschinenparks zu liefern, mit einer Berechnungsmethode, die an die von TNO anknüpft.

Dieser Artikel beschreibt eine Situation in den Niederlanden und beruht unter anderem auf Informationen von Meetprogramma Mobiele Werktuigen & Bouwlogistiek, TNO, Schoon en Emissieloos Bouwen und AERIUS. Für die aktuellsten Informationen konsultieren Sie bitte die offiziellen Quellen. Situationen können sich ändern. Aus diesem Artikel können keine Rechte abgeleitet werden.