
Kraftstoff ist einer der größten Kostenpunkte für Unternehmen mit einer Fahrzeugflotte. Das gilt besonders für Lkw: Ein Standard-Lkw verbraucht durchschnittlich 25 bis 35 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Kleine Unterschiede im Verbrauch summieren sich bei einer großen Flotte schnell zu erheblichen Beträgen.
Kraftstoffkosten machen durchschnittlich 20 bis 25 Prozent der Gesamtkosten eines Transportunternehmens aus. Der Dieselpreis ist 2026 stark gestiegen, und die zum 1. Juli eingeführte Lkw-Maut erhöht den Druck auf die Margen weiter. Fahrverhalten ist einer der Faktoren, der den Verbrauch beeinflusst und gesteuert werden kann.
Der Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Einige lassen sich steuern, andere nicht. Zum Beispiel:
Das Fahrzeug: Größe, Gewicht, Aerodynamik, Wartungszustand und Reifendruck. Regelmäßige Wartung und der richtige Reifendruck wirken sich direkt auf den Verbrauch aus.
Äußere Umstände: Route, Straßenbelag, Gefälle, Wetterbedingungen und der Dieselpreis. Teilweise durch Planung beeinflussbar, aber nicht vollständig steuerbar. Das Ladegewicht spielt ebenfalls eine Rolle: Ein schwereres Fahrzeug verbraucht mehr, besonders an Steigungen.
Fahrverhalten: die Art und Weise, wie ein Fahrer fährt. Ein Faktor, den eine Organisation aktiv steuern kann.
Die Art, wie ein Fahrer fährt, hat einen direkten Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Es geht dabei um eine Reihe konkreter Gewohnheiten.
Sanftes Anfahren und Bremsen
Hartes Anfahren beansprucht den Motor stark und erhöht sofort den Kraftstoffverbrauch. Hartes Bremsen bedeutet, dass aufgebaute Geschwindigkeit verloren geht und erneut Kraftstoff benötigt wird, um sie wiederzugewinnen. Vorausschauendes Fahren und gleichmäßiges Anfahren senken den Verbrauch direkt. Ein weiterer Vorteil: Weniger abrupte Fahrbewegungen reduzieren auch den Verschleiß von Bremsbelägen und Komponenten.
Tempomat
Auf Autobahnen und flachen Strecken hält der Tempomat eine konstante Geschwindigkeit ohne unnötige Schwankungen der Motordrehzahl. Das führt nachweislich zu einem niedrigeren Verbrauch. In hügeligem Gelände kann der Tempomat jedoch mehr verbrauchen, da das System Höhenunterschiede ausgleicht. Bewusstes Einsetzen auf den richtigen Strecken macht den Unterschied.
Ausrollen
Frühzeitiges Gaswegnehmen und Nutzen des aufgebauten Schwungs kann den Kraftstoffverbrauch senken. Bei modernen Motoren mit Kraftstoffabschaltung verbraucht der Motor im Schubbetrieb wenig bis keinen Kraftstoff. Ob und wie viel das Ausrollen bringt, hängt vom Fahrzeug und der Situation ab, aber frühzeitiges Vorausschauen und Gaswegnehmen ist fast immer sparsamer als Weiterfahren und spätes Bremsen.
Leerlauf
Ein im Leerlauf laufender Motor verbraucht Kraftstoff, ohne dass sich das Fahrzeug bewegt. Bei mehreren Fahrzeugen und langen Wartezeiten summiert sich das schnell zu erheblichen Kosten über ein Jahr.
Fahrgeschwindigkeit
Ein gleichmäßiges Fahrtempo ist sparsamer als ständig wechselnde Geschwindigkeiten. Der Luftwiderstand nimmt quadratisch mit der Geschwindigkeit zu: Ein Lkw, der 90 km/h statt 80 km/h fährt, verbraucht für dieselbe Strecke merklich mehr Kraftstoff.
Kunden, die Driver Intelligence einsetzen, erzielen nach der Implementierung eine durchschnittliche Kraftstoffeinsparung von 6 Prozent. Zur Veranschaulichung ein Rechenbeispiel:
Eine Flotte von 30 Lkw, die jeweils 100.000 Kilometer pro Jahr fahren und durchschnittlich 30 Liter pro 100 km verbrauchen, verwendet 900.000 Liter Diesel pro Jahr. Eine Einsparung von 6 Prozent bedeutet 54.000 Liter weniger pro Jahr. Bei einem indikativen Dieselpreis von 2 Euro pro Liter ergibt sich eine Einsparung von rund 108.000 Euro pro Jahr.
Kraftstoffeinsparung ist dabei nicht der einzige Vorteil. Weniger abrupte Fahrbewegungen bedeuten weniger Verschleiß an Bremsbelägen und Komponenten, was sich in niedrigeren Wartungskosten und weniger unerwarteten Ausfällen niederschlägt. Bewussteres Fahren reduziert außerdem das Risiko von Schäden und Unfällen, was der Sicherheit der Flotte zugute kommt. Und ein niedrigerer Kraftstoffverbrauch führt direkt zu weniger CO2-Emissionen, ein konkreter Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Organisation.
Dass die Verbesserung des Fahrverhaltens funktioniert, zeigt sich in der Praxis. Van Werven Infra hat mit Hilfe von Driver Intelligence das interne Programm 'Beter met de Meter' gestartet. Fahrer erhielten wöchentlich persönliche Einblicke in ihre Fahrleistungen bei Beschleunigung, Bremsen, Kurvenfahrt und Geschwindigkeit, verglichen mit der eigenen Vorwoche und dem Gruppendurchschnitt. Die Ergebnisse waren sofort sichtbar.
„Wir sahen, wie der Kraftstoffverbrauch pro Fahrer sank und das Engagement stieg. Die Fahrer begannen untereinander über ihre Ergebnisse zu sprechen: Wie hast du das gemacht, warum stehe ich höher oder niedriger? Es wurde zum Sport, besser zu fahren." Bas Wolff, Van Werven Infra
Ein Fahrer fasst es treffend zusammen: „Mein Beruf hat wieder Bedeutung und ist wieder wichtig. Früher ging es nur um Produktion, jetzt auch darum, wie ich fahre."
Die Verbesserung des Fahrverhaltens beginnt damit zu wissen, wie gefahren wird. Ohne Einblick ist eine Steuerung nicht möglich. Viele Transportunternehmen wissen, dass Verbesserungspotenzial vorhanden ist, aber nicht genau wo und bei wem.
Driver Intelligence in Flowter macht Fahrleistungen transparent auf Basis von CAN-Bus-Daten, GPS und G-Sensordaten. Pro Fahrzeug und pro Flotte wird sichtbar, wie in Bezug auf Kraftstoffverbrauch, Tempomatnutzung, Ausrollen, Leerlauf und mehr gefahren wird. Die Einstellungen sind pro Fahrzeugtyp und Situation anpassbar, sodass die Analyse stets der Realität des Betriebs entspricht.
Driver Intelligence ist eine der Lösungen innerhalb der GPS-Buddy-Plattform. Flowter bringt darüber hinaus Fahrtenbuch, Emissionsberichterstattung, Asset-Tracking und mehr in einer Umgebung zusammen. Alles, was sich bewegt, übersichtlich auf einer Plattform.
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Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Wissensvermittlung. Aus dem Inhalt können keine Rechte abgeleitet werden. Zahlen und Preise sind indikativ und können von der aktuellen Situation abweichen.