
Betriebsstunden und Motorleistung als Grundlage: So berechnen Sie Emissionen ohne Bordcomputer
Emissionen berechnen ohne CAN-Bus
Emissionswerte werden immer wichtiger. Auftraggeber im Bau- und Infrastruktursektor fragen bei Ausschreibungen aktiv danach, der CO2-Leistungsstufenplan (CO2-Prestatieladder) zählt bei der Auftragsvergabe immer schwerer, und immer mehr Unternehmen wollen einfach selbst wissen, woher ihre Emissionen stammen. Emissionen lassen sich nur mit den richtigen Daten zuverlässig berechnen. Diese Daten holen Sie sich zum Beispiel aus dem CAN-Bus, aber das geht auch anders.
In diesem Artikel erklären wir, was ein CAN-Bus ist, warum die Berechnung von Emissionen immer wichtiger wird und wie das heute meistens geschieht. Außerdem zeigen wir, wie Sie auch ohne diese Bordcomputer-Daten zu einer zuverlässigen Berechnung kommen und wie Sie das einfach für einen ganzen Fuhr- und Maschinenpark umsetzen.
Ein CAN-Bus (Controller Area Network) ist das interne Kommunikationsnetzwerk eines Fahrzeugs oder einer Maschine. Alle elektronischen Komponenten, vom Motor bis zu den Sensoren, tauschen über dieses Netzwerk Daten miteinander aus. Für die Emissionsberechnung ist der CAN-Bus vor allem relevant, weil er in Echtzeit Daten liefert, unter anderem zu Kraftstoffverbrauch, AdBlue-Verbrauch und Betriebsstunden, direkt aus dem Motor.
Genau diese Daten braucht man, um Emissionen präzise zu berechnen. Das Problem ist, dass nicht jedes Fahrzeug und nicht jede Maschine einen CAN-Bus hat, oder dass sich die Daten nicht ohne Weiteres auslesen lassen. Für Unternehmen mit einem gemischten Fuhr- oder Maschinenpark bedeutet das schnell: Ein Teil der Flotte lässt sich messen, ein Teil nicht.
Auftraggeber im Bau- und Infrastruktursektor fragen zunehmend aktiv danach, zum Beispiel über den CO2-Prestatieladder, bei dem geringere Emissionen zu einem Vergabevorteil bei Ausschreibungen führen. Auch Genehmigungsbehörden und Gemeinden wollen zunehmend wissen, was ein Projekt tatsächlich ausstößt, nicht als Schätzung, sondern belegt pro Projekt und Zeitraum.
Daneben gibt es ein operatives Interesse. Wer weiß, was Fahrzeuge und Maschinen ausstoßen, weiß auch, wo Kraftstoff verschwendet wird und wo sich Einsparungen erzielen lassen. Emissionsdaten sind also nicht nur eine Berichtspflicht, sie sind auch Steuerungsinformation. Dieser Mehrwert entsteht aber erst, wenn die Daten vollständig sind, auch für Geräte ohne CAN-Bus.
Eine gängige Methode berechnet Emissionen auf Basis von CAN-Bus-Daten: Kraftstoffverbrauch und AdBlue-Verbrauch, kombiniert mit Betriebsstunden. Dieser Ansatz, auch AUB-Methode genannt (AdBlue, Uren, Brandstof – AdBlue, Stunden, Kraftstoff), liefert ein präzises Bild, weil er vom tatsächlichen Verbrauch eines Fahrzeugs oder einer Maschine ausgeht, statt von einer Schätzung.
Die Rechenmethode wandelt diesen Kraftstoffverbrauch in CO2 um, und den Kraftstoff-, AdBlue- und Stundenverbrauch in NOx und NH3, pro Projekt und Zeitraum, nach anerkannten Standards wie EMEP/EEA für den Straßenverkehr und TNO-Rechenmethoden für mobile Arbeitsmaschinen. Solange die CAN-Bus-Daten verfügbar und zuverlässig sind, ist dies die genaueste Methode zur Emissionsberechnung.
Für Geräte ohne verwertbare CAN-Bus-Daten gibt es eine von TNO entwickelte alternative Rechenmethode: die U-Methode. Während die AUB-Methode auf AdBlue- und Kraftstoffverbrauch beruht, benötigt die U-Methode nur zwei Angaben: die maximale Motorleistung der Maschine und die Anzahl der Betriebsstunden. Wichtig zu wissen: Die U-Methode wurde speziell für Stickstoffemissionen entwickelt, NOx und NH3, nicht für CO2.
Der Grundgedanke ist einfach: Die Emissionen pro Stunde stehen ungefähr im Verhältnis zur maximalen Motorleistung. Jede Maschine erhält auf Basis von Abgasstufe (Stage-Klasse) und Leistungsbereich einen festen Emissionsfaktor, ausgedrückt in Gramm Emission pro Betriebsstunde pro Kilowatt. Multipliziert man diesen Faktor mit der Motorleistung und den Betriebsstunden, erhält man eine fundierte Schätzung der NOx- und NH3-Emissionen, ohne dass jemals Kraftstoff- oder AdBlue-Daten aus der Maschine benötigt wurden. Die Koeffizienten der U-Methode für Stickoxide (NOx) wurden kürzlich anhand von Praxismessungen an Dutzenden von Baumaschinen angepasst, wodurch die Berechnung näher an die tatsächlich gemessenen NOx-Emissionen heranrückt.
Das macht die U-Methode weniger präzise als eine Berechnung auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs, aber dennoch brauchbar für Geräte, die sonst vollständig aus der Berichterstattung herausfallen würden. Anders als Stickstoffemissionen ist der CO2-Ausstoß direkt proportional zum Kraftstoffverbrauch. Indem man auf Basis von Betriebsstunden und Motorleistung auch den Kraftstoffverbrauch schätzt, ist somit auch ohne CAN-Bus eine zuverlässige CO2-Berechnung möglich.
Für eine einzelne Maschine lässt sich das noch manuell erledigen: Betriebsstunden ablesen, Motorleistung nachschlagen, Emissionsfaktor heraussuchen und multiplizieren. Für eine ganze Flotte von Dutzenden oder Hunderten Fahrzeugen und Maschinen, jeden Monat erneut und aufgeschlüsselt nach Projekt, ist das keine gelegentliche Rechenaufgabe mehr, sondern eine strukturelle Aufgabe.
Mit unserer Emissionsberichterstattung müssen Sie das nicht manuell erledigen, und Sie müssen auch nicht zwischen Geräten mit und ohne CAN-Bus wählen. Für Fahrzeuge und Maschinen, bei denen CAN-Bus-Daten verfügbar sind, berechnet Flowter Emissionen automatisch. CO2, NOx und NH3.
Das Ergebnis ist ein einziger Bericht für den gesamten Fuhr- und Maschinenpark, unabhängig davon, ob ein Fahrzeug einen CAN-Bus hat oder nicht. Kein manuelles Zusammenführen einzelner Excel-Dateien, kein Gerät, das aus dem Blick gerät. Einfach pro Projekt und Zeitraum sehen, wie hoch der Ausstoß ist, per Knopfdruck.
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Dieser Artikel beschreibt eine Situation in den Niederlanden, gültig ab August 2026. Situationen können sich ändern. Aus diesem Artikel können keine Rechte abgeleitet werden.